DIY – Farben an Fenstern, Läden und Türen

Was ich in der Kunst und im Handwerk besonders liebe, sind färbig gestrichene Objekte – Möbel, aber auch Fenster, Läden und Türen. Man findet besonders viele in Südeuropa und in Skandinavien und nur wenige in den alpinen Regionen. Ich würde gerne wissen warum? Falls jemand eine Idee dazu hat, freue ich mich, sie jederzeit zu erfahren. – Farbig gestrichene Möbel, Fenster und Türen wurden im 18. Jahrhundert modern, das ist wohl einer der Gründe, warum ich sie liebe (vielleicht hat schon der eine oder andere von meiner Leidenschaft für die Epoche Ludwigs XV und Ludwigs XVI gelesen …).

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Es war das Jahrhundert, als man das Licht (wieder)erfand, das nun durch riesige Fenster fiel und in Spiegeln und vergoldeten Rahmen, Leisten und Statuen reflektiert wurde. Der logische Effekt war, dass man Möbel in cremigen Pastelltönen bemalte oder lackierte, damit sie stärker glänzten. Alles sieht heller aus als unbehandeltes Holz. Man denke nur an die dunkelbraunen Möbel, die vom Mittelalter bis zur Renaissance üblich waren. Sie konnten kunstvoll geschnitzt sein, aber sie waren dunkel. Als man in der Barock-Ära begann, die Möbel farbig zu streichen, sah das nicht nur gut aus, sondern es war auch sehr teuer. Unsere Vorfahren konnten nicht fertig angerührte „Farbe in Töpfen“ kaufen, sondern mussten Pigmente erstehen, von denen einige aus Halbedelsteinen und anderen seltenen Grundstoffen bestanden.

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Es gab einen guten Grund, alles heller zu gestalten: in helleren Räumen ist man besserer Laune, man arbeitet lieber und bleibt länger wach als in dunklen Kammern. Warum schreibe ich das? Um anzuregen mehr Farbe ins Leben zu bringen! Es ist heutzutage ein nettes und nicht zu kostspieliges Hobby, selbst, wenn man schöne, umweltfreundliche, feinste Farben auf Wasserbasis vom allseits bekannten englischen Hersteller kauft. Sie ist sehr dauerhaft und macht großen Effekt. Besonders an grauen Tagen schätzt man das. Vor einigen Jahren habe ich zwei Türen in Creme- und Graugrün-Tönen bemalt (und die Leisten vergoldet, was auch einfach ist), um den gewissen Ludwig XV-Effekt in meinem Schreibzimmer zu bekommen. Das inspiriert enorm! Die gelben Wände werden bald durch hell creme-grau-grüne ersetzt.

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Die vielen hunderte Schattierungen von Hell-Grau, Grau-Grün oder Blau-Grau sind sehr typisch für das 18. Jahrhundert. Das Blau-Grau, das auch als Gustavianisches Blau bekannt ist, zählt wie das Grau-Grün zu meinen Lieblingsfarben. Es ist witzig und interessant, dass es im Raum und bei Tageslicht sehr verschieden aussehen kann.

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Am Foto oben sieht man Fenster und Läden an einem kleinen Bauernhaus, das wir vor ein paar Jahren streichen ließen, und am Foto unten eine barocke Türe, die sich in einer dunklen Nische befindet. Obwohl der Farbton beinahe derselbe ist, wirkt er bei Sonnenlicht an den Fenstern viel stärker blau und an der verborgenen Türe grau. Wie auch immer, ich liebe beide Töne. Und Sie haben die Wahl, nach Belieben alles auch rot oder pinkfarben oder gelb zu streichen.

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